Zufriedenheit mit dem, was ist – Santosha im Alltag leben
In einer Welt, die sich ständig verändert, in der alles schneller, besser und effizienter werden soll, sehnen sich viele Menschen nach einem Moment der Ruhe. Nach einem Zustand, in dem man nicht mehr kämpfen oder erreichen muss. Nach einem Gefühl von: Es ist genug. Ich bin genug. Genau hier setzt das yogische Prinzip Santosha an – die Zufriedenheit mit dem, was ist.
Doch was bedeutet Santosha eigentlich – und wie kann man diesen Zustand in unserem hektischen Alltag finden?
Was ist Santosha?
Santosha ist eines der fünf Niyamas, also der inneren Disziplinen oder Verhaltensregeln aus dem achtgliedrigen Pfad des Yoga nach Patanjali. Wörtlich übersetzt bedeutet Santosha Zufriedenheit, Genügsamkeit oder innere Erfülltheit. Es geht darum, das Leben mit einer Haltung der Akzeptanz und Dankbarkeit zu betrachten – unabhängig davon, ob die äußeren Umstände gerade angenehm oder herausfordernd sind.
Santosha lädt uns ein, Frieden zu schließen mit dem jetzigen Moment – ohne ihn sofort ändern zu wollen.
Warum ist Santosha so herausfordernd?
Unsere moderne Gesellschaft ist auf Wachstum, Fortschritt und Optimierung ausgerichtet. Wir vergleichen uns ständig: mit anderen, mit früheren Versionen von uns selbst, mit den Idealen, die uns Medien oder Social Media vorgaukeln. Dieses ständige Streben nach „mehr“ macht uns müde – und oft auch unglücklich.
In diesem Kontext wirkt Santosha fast wie ein revolutionärer Akt. Denn Zufriedenheit heißt nicht, sich mit weniger zufriedenzugeben oder die Hände in den Schoß zu legen. Es bedeutet vielmehr, aus einem Zustand der Fülle heraus zu leben – und nicht aus einem Mangelgefühl.
Santosha ist eine Entscheidung
Zufriedenheit ist kein Zufallsprodukt. Es ist eine Haltung, die wir kultivieren können. Jeden Tag. In kleinen Momenten.
Hier ein paar Impulse, wie du Santosha im Alltag praktizieren kannst:
1. Akzeptiere, was jetzt ist
Widerstand kostet Energie. Wenn du beginnst, den Moment zu akzeptieren – auch wenn er unangenehm ist – kannst du innerlich entspannen. Frage dich: „Was wäre, wenn ich aufhöre, dagegen anzukämpfen?“ Diese Akzeptanz ist der erste Schritt zur inneren Zufriedenheit.
2. Übe Dankbarkeit
Dankbarkeit ist ein kraftvoller Schlüssel zu Santosha. Schreibe dir täglich drei Dinge auf, für die du dankbar bist – so trainierst du deinen Blick für das, was bereits gut ist.
3. Meditiere regelmäßig
Meditation hilft dir, präsent zu sein und den Moment so anzunehmen, wie er ist. In meiner aktuellen Podcast-Folge „Santosha – Zufriedenheit mit dem, was ist“ begleite ich dich durch eine sanfte Meditation, die dich wieder mit deiner inneren Ruhe verbindet.
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